Informationelle Selbstbestimmung

Projektbereich: 06

Auf der Datenschutz-Fachtagung DAFTA 1984 wurde Wau von einem Journalisten gefragt, wie er als Hacker denn zu den offiziellen Datenschützern steht: "Zuerst einmal sind es Menschen mit einer falschen Berufsbezeichnung; es geht ja nicht darum, die Daten zu schützen, sondern die Menschen vor dem Missbrauch von Daten."

Fast 30 Jahre später wissen wir, dass wir uns selbst um den "Schutz vor Missbrauch" kümmern müssen, anstatt auf die Datenschützer zu vertrauen. Wir wollen die uneingeschränkte Verfügungs­gewalt über die Daten mit unseren persönlichen Informationen behalten. Diese Verfügungsgewalt ist aus zwei Richtungen bedroht:

  1. Vorratsdatenspeicherung und Überwachung
    Staat und Strafverfolgungsbehörden gieren nicht nur nach dem Online-Lauschangriff auf individuelle Rechner, sondern auch nach der flächendeckenden Vorratsdatenspeicherung von uns allen. Sie wollen den lückenlosen Zugriff auf die Verbindungsdaten von unseren Mobil- und Festnetztelefonen sowie unserer Internetnutzung, ohne konkreten Straftatsverdacht. Deshalb unterstützt die WHS Projekte, die über die Folgen der Vorratsdatenspeicherung aufklären und auf politischem und juristischem Weg gegenhalten.

  2. "Datendiebstahl" im Internet und in sozialen Netzen
    Datenkraken wie Faceboogle saugen unser Onlineverhalten und unsere Freundeskreise in sozialen Netzwerken ab, um daraus ihren Profit zu erzielen. Gegen solche Angriffe auf unsere informationelle Selbstbestimmung können und sollten wir community-basierte Software einsetzen, die als Werkzeuge zur digitalen Selbstverteidigung geeignet sind und uns die Kontrolle über unsere eigenen Daten zurückgeben. Dazu werden von der Stiftung folgende Projekte gefördert:

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Massenverschlüsselung - pretty Easy privacy (p≡p)

Die p≡p Stiftung verteidigt die Privatsphäre. p≡p steht für pretty Easy privacy (p≡p oder pEp) und für die radikale Vereinfachung der Nutzung von Ende-zu-Ende-Kryptografie-Tools für schriftliche digitale Kommunikationskanäle (E-Mails mit OpenPGP-kompatibler Verschlüsselung oder Messaging mit OTR/XMPP). Mit der Integration des sicheren peer-to-peer Frameworks GNUnet arbeiten wir zudem am effektiven Schutz der Metadaten. Letztlich will p≡p realisieren, dass eine verschlüsselte, verifizierte und anonymisierte schriftliche digitale Kommunikation, und damit der Schutz der Privatsphäre, zum Standard wird ("Privacy by Default"). Die Innovation durch p≡p ist vielschichtig: Es macht den Schutz der Privatsphäre auf Basis Freier und Open-Source-Software (FOSS) einfach.

Die p≡p Stiftung ist gemeinnützig und steuerbefreit mit Sitz in der Schweiz. Ihr gehört die Kernsoftware des p≡p-Projekts (p≡p-Engine und Adapter / Bindings für verschiedene Programmiersprachen). Ihre Aktivitäten umfassen unabhängige Codeentwicklung, Arbeit im Rahmen der IETF, um die Interoperabilität von p≡p-Software zu wahren, die Unterstützung von FOSS-Projekten, Organisation von Code-Audits sowie politische Arbeit.

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